Hass und Liebe

Eine Gruppe Menschen stand vor dem Vereinshaus. Sie unterhielten sich, die Stimmung war ausgezeichnet. Keiner bemerkte die dunkle Gestalt die sich ihnen näherte: schwarzer Umhang, die Kapuze weit ins Gesicht gezogen, so dass man die dunklen Augen in dem ausgemergelten Gesicht nur erahnen konnte. So schlich sich die Gestalt an die Gruppe heran, tippte einem nach dem andern auf die Schulter und drückte dann jedem eine kleine Münze in die Hand. „Das ist ein Talisman, der euch beschützen soll. Tagt ihn nur immer bei euch damit er seine Wirkung an euch tut“ sagte die Gestalt mit rauer Stimme und verschwand wieder genauso lautlos wie sie gekommen war. Die Leute begutachteten die Münze, es war ein Ziegenkopf darauf abegebildet.
Da hatte sich wohl jemand einen Scherz erlaubt, so dachten sie alle und steckten die Münze ein..
Die Gestalt jedoch war nicht verschwunden. Hinter einem Mauervorsprung lugte sie hervor, lachte hämisch in die vorgehaltene Hand und wartete, was nun geschehen würde.
Die Menschen verabschiedeten sich und jeder ging seiner Wege.
Die Stadt wurde unfreundlich, keiner wollte mehr dort wohnen. Die Straßen wurden nicht mehr gereinigt, der Müll nicht mehr entsorgt weil sich keiner mehr dafür zuständig fühlte.
Die dunkle Gestalt jedoch hatte ihre Freude daran. Schließlich hatte sie mit ihrem Handschlag das Böse über die Menschen gebracht. Dadurch, dass sie einander berührten geben sie diese Bösartigkeit weiter.
Der Unbekannte im dunklen Umhang hatte auch einen Namen: HASS
Nach einiger Zeit kam eine junge Frau in die Stadt. Ihr blauen Augen strahlten so viel Güte und Verständnis aus.
Aber als sie den Menschen in der Stadt begegnete schnürte es ihr das Herz zusammen. Es schlug ihr nur eisige Kälte entgegen. Keiner grüßte, jeder starrte zu Boden. Und wenn sie miteinander sprachen kam dabei nur Streit heraus. Auch sah es sehr trostlos aus in den Straßen, Unrat lag herum und es stank.
Oje, dachte die junge Frau, die sich LIEBE nannte. Da war wohl der Hass am Werk, da musste schnell etwas geschehen. Aber es würde schwierig werden, denn zu tief war das Böse schon in den Menschen verankert.
So krempelte die Liebe die Ärmel auf und machte sich an die Arbeit. Sie ging auf die Menschen zu und sprach sie direkt an, von Angesicht zu Angesicht. Die Leute spürten, dass irgend etwas anders war an der Frau. Sie konnten ihr gar nicht in die Augen sehen, wussten aber nicht, was sie so erschreckte.
Dann aber merkten sie sehr schnell dass diese Frau ihnen nichts Böses wollte, dass sie kein schlechtes Wort in den Mund nahm, nicht anklagte und nicht schimpfte.
Das war den Menschen anfangs nicht geheuer. Schön langsam aber fassten sie Vertrauen denn die junge Frau hörte ihnen zu, redete mit ihnen, sah ihnen in die Augen. Sie spürten die Wärme, die von ihr ausging, das kannten die Menschen in der Stadt überhaupt nicht mehr.
In den Menschen ging einen Veränderung vor, sie schämten sich, dass sie so garstig zueinander waren und bereuten es zutiefst.
So wurde die Stadt zusehends freundlicher. Die Menschen lachten und feierten wieder gemeinsam, das Leben machte ihnen wieder Spaß.
So hat die Liebe den Hass wieder besiegt.

 

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