Gemeinsam unterwegs

Wallfahrt 2016 (88)Unsere heurige Fußwallfahrt führte von Wels auf den Pöstlingberg.  Wir waren drei Tage unterwegs. Drei Tage pilgern, gemeinsam beten, gemeinsam gehen, als Gruppe zusammenwachsen, füreinander da sein. Dieses Kirchenjahr steht im Zeichen der Barmherzigkeit.

Nach dem Fronleichnamsgottesdienst begann unser Pilgerweg, bepackt mit Rucksack, Proviant und Wanderstöcken. Allerdings begleitete uns ein Fahrzeug mit Anhänger wo wir unsere Sachen, die wir nicht benötigten, deponieren  konnten (Schlafanzug, Waschzeug, Proviant für den nächsten Tag, bequeme Kleidung für den Abend). So hatten wir nur das, was wir wirklich für den Tag brauchten, zu schleppen: Jause, Getränk, eventuell Jacke und Regenjacke. Ja, wir sind Glückskinder, in jeder Hinsicht. Auch der Wettergott spielte mit, Sonnenschein begleitete uns an allen drei Pilgertagen.
Am ersten Tag pilgerten wir von Wels nach Öhndorft, eine Strecke von 17 km. Bei der Hubertuskapelle hatten wir die erste Andacht, eine Maiandacht gab es dann bei Familie Windhager in Rutzing, wo wir uns auch leiblich stärken konnten.
In Öhndorf angekommen freuten wir uns schon aufs Duschen. Anschließend gingen wir in ein nahes Gasthaus zum Abendessen.
Am zweiten Tag führte unser Weg von Öhndorf nach Leonding. Unser Begleitfahrzeug hat sich da schon sehr bewehrt, denn die letze Etappe dieses Tages war ein Auf- und Abwärtsgehen. Gut, dass nur das Nötigste im Rucksack war. Zwei Andachten hielten wir auch an diesem Tag.
Nachdem wir die Zimmer im Hotel in Leonding bezogen hatten stand uns Freizeit zur Verfügung. Die einen gingen ins hauseigene Hallenbad um eine Runde zu schwimmen und dann im Garten zu relaxen, einige träumten schon den ganzen Tag von einem riesigen Eisbecher den sie sich nun gönnten.
Die Maiandacht in der alten Pfarrkirche war wunderbar. Wir besichtigten auch den Neubau der Kirche. Unser Pfarrer hatte hier seine Primiz und wirkte noch einige Zeit als Kaplan. Anschließend gingen wir zum Abendessen. Und der Wein schmeckte nach diesem Tag ganz besonders gut 🙂
Am dritten Tag erreichten wir unser Ziel, den Pöstlingberg. Aber vorher besuchten wir noch den Linzer Mariendom, durchschritten die Pforte der Barmherzigkeit und hielten eine Andacht. Ehrlich gesagt, nicht nur ich habe mir da was anderes darunter vorgestellt. Eine Tür, durch die wir schreiten, so meinten wir. Aber klar, die gibt es nur in Rom. Trotzdem war ich total beeindruckt von der Pforte, konnte sie auch nicht gleich durchschreiten. Dazu brauchte ich Zeit. So vieles ging mir durch den Kopf.
Unser Weg auf den Pöstlingberg führte den Kreuzweg entlang. Es war die letzte Anstrengung, für manche echt eine Herausforderung, vor unserem Ziel, der Pöstlingbergkirche. In der Kapelle über der Kirche hatten wir eine heilige Messe, anschließend konnten wir, zwischen zwei Hochzeiten,  die Kirche besuchen und ein Marienlied singen.
Das (verspätete) Mittagessen schmeckte an diesem Tag ganz besonders köstlich. Wir waren vor drei Tagen gemeinsam aufgebrochen, waren gemeinsam unterwegs und haben unser Ziel gemeinsam errreicht. Nicht alle konnten die gesamte Strecke mitgehen, aus verschiedenen Gründen. Daher war unser Begleitfahrzeug ein Segen. Manche fuhren eine Strecke mit, wurden aufgefangen. Auch auf den Pöstlingberg furhen einige mit der Bahn. Niemand wurde im Stich gelassen, wir machten auch ausreichend Pausen und gingen eher in gemäßigtem Tempo. Eine Wallfahrt ist ja kein Sportkampf wo es auf Leistung ankommt, sondern wir wollen alle gemeinsam unser Ziel erreichen.
Für einige von uns war die Wallfahrt so aber noch nicht zu Ende. Zu Fuß gingen wir den Berg wieder hinunter und zum Bahnhof. In Wels angekommen marschierten wir Richtung Heimat, wo dann die Dusche eine echte Wohltat war.
Pilgern ist für mich nicht nur beten und wandern. Pilgern ist so viel mehr. In der Gemeinschaft gehen, gemeinsam beten oder auch einmal gemeinsam schweigen. Es ist immer jemand da, man ist nie allein. Gemeinsam unterwegs sein gibt ein Gefühl der Geborgenheit.
Pilgern ist wie das Leben. Auch im Leben gehen wir gemeinsam. Wir machen uns gemeinsam auf unseren Weg als Ehepaar, gehen durch Höhen und Tiefen, geben einander Halt, einer trägt den anderen. Wir gehen zusammen den Weg als Familie, in guten und schlechten Zeiten. Der Weg ist manchmal steinig, manchmal sehr steil und manchmal möchte man ihn nicht mehr gehen. Aber man ist ja nicht allein. Wir sind füreinander da, stärken uns gegenseitig, hören zu und fangen einander auf. Unser Ziel werden wir kaum gemeinsam erreichen, der eine erreicht es früher, der andere später, aber irgendwann kommen wir alle an. Kommen an beim Vater, bei Gott.
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